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Spionage: Verfassungsschutz warnt vor Chinas Sozialkreditsystem

21. Juli 2020

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) schätzt neben verstärkten chinesischen Cyberangriffen auch die per Scoring-Verfahren im Reich der Mitte aufgebauten Bewertungssysteme für Bürger und Unternehmen als riskant ein. Es schreibt in seinem am Donnerstag veröffentlichten Jahresbericht 2019: Das Sammeln von in Deutschland generierten Messwerten für Datenbanken chinesischer Sozialkreditsysteme könne eine Informationsquelle für Anwerbeversuche chinesischer Agenten sein. Chinesischen, aber auch deutschen Staatsangehörigen sei es möglich, hierzulande Bezahlsysteme chinesischer Unternehmen wie Tencent (WeChat Pay) und Alibaba (Alipay) zu nutzen, führen die Staatsschützer aus. Diese gelten als Vorlage für die Bemühungen Pekings, bis Ende des Jahres ein umfassendes „Social Credit“-System inklusive eines „Citizen Score“ aufzubauen. Auch andere chinesische Apps, Webdienste und Mobilitätsangebote etwa von Fahrrad-Anbietern (Bikesharing) stünden Anwendern in Deutschland offen, ist dem BfV nicht entgangen. Aus den Nutzungsinformationen könnten Geheimdienste aus dem Reich der Mitte so Material für „Anbahnungsoperationen“ abschöpfen. Fest steht für den Inlandsgeheimdienst, dass chinesische Agenten parallel für diesen Zweck auf „soziale Netzwerke wie LinkedIn“ setzen. Seit Mai 2019 sei für Reisen ins Reich der Mitte auch ein neues Online-Formular für einen Visumantrag auszufüllen. Im Vergleich zur vorherigen Variante würden damit erheblich mehr Informationen abgefragt. Chinesische Geheimdienste verfügen laut der Analyse ferner „über die Möglichkeit zur Durchführung langfristiger und strategisch angelegter Cyberspionageangriffe“. Mutmaßlich chinesische Online-Angriffe konnten in jüngster Zeit auch in Deutschland beobachtet werden, konstatiert das BfV.

Quelle: heise online

https://www.heise.de/news/Spionage-Verfassungsschutz-warnt-vor-Chinas-Sozialkreditsystem-4841223.html